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Bestandsentwicklung im 19. Jahrhundert

Zweifelsohne brachte die Säkularisation der Klöster Altbayerns der Universitätsbibliothek den größten Zuwachs im 19. Jahrhundert. Er kann mit rund 400 Handschriften und 57.000 Drucken aus über 70 Institutionen beziffert werden. Der Bestand der Universitätsbibliothek wuchs aber auch dank beträchtlicher Tauscherwerbungen und durch umfangreiche Schenkungen an. Bedeutende Schenkungen von Gelehrten im 19. Jahrhundert waren unter anderem die Bibliotheken bzw. Nachlässe von:

  • Becker, Hubert (Philosoph, 1806-1889)
  • Brinz, Alois (Philosoph, 1820-1887)
  • Döllinger, Johann Joseph Ignaz von (Theologe, 1799-1890)
  • Feuerbach, Ludwig (Philosoph, 1804-1872)
  • Frohschammer, Jakob (Theologe und Philosoph, 1821-1893)
  • Kunstmann, Friedrich (Historiker und Professor des Kirchenrechts, 1811-1867)
  • Permaneder, Franz Michael (Kirchenhistoriker, 1794-1862)
  • Pözl, Joseph von (Staatsrechtler, 1814-1881)
  • Prantl, Karl (Philosoph, 1820-1888)
  • Reisinger, Franz (Mediziner, 1790-1855)
  • Rixner, Thaddäus Anselm (Philosoph, 1766-1838)
  • Wibmer, Karl August (Mediziner, 1803-1885)

 

Als Besitzkennzeichen der Universitätsbibliothek wurden Stempel mit folgenden Aufdrucken verwendet: Für die Landshuter Zeit "Ad Bibl. Acad. Land.", für die Münchner Zeit "Ad BIBL. UNIV. MONAC.", später "Ad BIBL. UNIVERS. MONAC." und "EIGENTUM DER K. UNIVERSITÄTS-BIBLIOTHEK MÜNCHEN". Gelegentlich benutzte man auch den Briefkopfstempel "Kgl. Universitäts-Bibliothek München".

 

Anhand der Exlibris von Gesellschaften und Privatpersonen lassen sich die Geschichte des Eigentums bzw. Besitzes und damit der Weg eines Werkes in die Universitätsbibliothek rekonstruieren.

Am Ende des 19. Jahrhunderts umfasste der Bestand der UB ca. 370.000 Bände und rund 50.000 Broschüren, etwa 700 Karten, 3.600 Porträts und 3.200 Münzen, außerdem 2.022 Handschriften und 2.101 Inkunabeln. Mit diesen Bestandszahlen gehörte die Universitätsbibliothek München zu den größten Universitätsbibliotheken in Deutschland. [weiter]