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Bibliothek Maassen

Carl Georg von Maassen (1880-1940) war Literaturhistoriker, insbesondere Romantikforscher und vor allem bibliophiler Sammler. 1908 bis 1928 erschien seine unvollendete historisch-kritische E. T. A. Hoffmann-Ausgabe. Daneben edierte er die Werke zum Teil vergessener Romantiker, gab die bibliophile Zeitschrift "Grundgescheuter Antiquarius" heraus, schrieb Gedichte und verfaßte buchhistorische, literaturkritische, gastronomische und humoristisch-satirische Bücher und Artikel.

Seine Bibliothek hat Maassen zu einer bedeutenden und originellen Sammlung von ca. 8.000 Bänden aufgebaut. Der bibliophile Wert liegt in den zahlreichen Erstausgaben, der wissenschaftliche in der Seltenheit, oft Einmaligkeit der Ausgaben populärer Literatur des 17. bis 19. Jahrhunderts. Die wesentlichen Schwerpunkte der Sammlung, die auch Zeitschriften, Lexika, Bibliographien sowie Sekundärliteratur zu Literatur- und Kunstgeschichte einschließt, sind folgende:

Klassiker und Vorromantiker: Hier finden sich neben Romanen und Erzählungen des 18. Jahrhunderts zahlreiche Erstausgaben von Autoren wie Bürger, Claudius, Gellert, Goethe, Gottsched, Günther, Hagedorn, Herder, Hölty, Iffland, Klinger, Klopstock, Knigge, Kotzebue, Lessing, Lichtenberg, Matthison, Schiller, Voss und Wieland.

Romantiker: Diese Abteilung enthält neben zeitgenössischen Ausgaben aller namhaften Dichter auch viele unbekannte Autoren, worin die besondere Stärke der Bibliothek liegt. Die bedeutendste Einzelsammlung betrifft E. T. A. Hoffmann.

Nachromantische Epoche und Sondergebiete: Zu dieser umfangreichsten Abteilung gehören einerseits Ausgaben der großen Literatur wie Fontane, Grabbe, Grillparzer, Gutzkow, Hauff, Hebbel, Hebel, Heine, Keller, Klinger, Otto Ludwig, C. F. Meyer und Mörike, anderseits aber auch Märchen- und Sagenliteratur, Werke über Hexen, Gespenster, Magie und Geheimwissenschaften, Magnetismus und Alchimie, Kuriosa, nicht zuletzt zur Gastronomie.

Die Bibliothek Maassens wurde (ebenso wie der Nachlaß) testamentarisch der Universitätsbibliothek der LMU München vermacht und dort geschlossen unter der Signatur "Maassen" aufgestellt. Mit Unterstützung der Deutschen Forschungsgemeinschaft ist sie katalogisiert worden: Die bibliophile Sammlung von Carl Georg von Maassen (1880-1940) in der Universitätsbibliothek der LMU München. Annotierter Katalog mit einer Einführung und dem Verzeichnis des handschriftlichen Nachlasses. 2 Bde., Puchheim 1997.