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Handschriften

Deutsche mittelalterliche Handschriften | Lateinische mittelalterliche Handschriften | Neuzeitliche Handschriften | Musikhandschriften | Mikrofiche-Edition

Deutsche mittelalterliche Handschriften

In der Universitätsbibliothek sind eine Vielzahl deutschsprachiger Handschriften des Mittelalters einschließlich einiger Fragmente vorhanden. Reine Text- und Gebrauchshandschriften überwiegen. Neben einer vielfältigen Sammlung von Artes-Literatur und geistlicher Prosa verfügt die UB über Werke mittelhochdeutscher Dichtung. Die UB besitzt außerdem:

  • Rechtsbücher (Goldene Bulle, oberbaierisches Landrecht, mehrere Schwabenspiegel-Texte, Stadtrecht Augsburg)
  • Kalender
  • Kochbücher
  • ein Jagdbuch
  • medizinische (insbes. Rezepte) und naturwissenschaftliche Texte
  • sonstige Texte, z. B. ein Nekrolog des Franziskanerinnenklosters Landshut (15.-18. Jahrhundert)

Die meisten Codices stammen aus der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts. Einzugsgebiet ist vor allem Altbayern, Franken und Schwaben. Dazu kommen einige mitteldeutsche und niederländische Texte. Die Handschriften entstammen den verschiedensten Provenienzen, bürgerlichem und geistlichem Vorbesitz sowie bayerischen Klöstern.

Erwähnenswert ist das sogenannte Hausbuch des Michael de Leone (um 1350) mit seiner Überlieferung mittelhochdeutscher Literatur und dem ältesten deutschsprachigen Kochbuch.

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Lateinische mittelalterliche Handschriften

Die lateinischen Handschriften des Mittelalters sind vorwiegend süddeutscher Provenienz. Der größte Teil entstammt dem Franziskanerkloster Landshut. Daneben findet sich eine außergewöhnliche Anzahl von Codices italienischer Herkunft sowie einige französische und böhmische.

Etwa die Hälfte der Handschriften haben einen theologischen Inhalt:

  • Bibeln
  • Bibelkommentare
  • Kirchenväter
  • Sentenzenkommentare
  • Predigtreihen
  • Aszetica
  • Seelsorgetexte
  • Ordensregeln
  • Akten des Konzils von Konstanz 

Nennenswert vertreten sind auch juristische Texte: die Lex Baiuvariorum, mehrere Formelsammlungen, Vorlesungsmitschriften aus Pavia und anderes mehr.

Darüber hinaus besitzt die UB Handschriften aus nahezu allen mittelalterlichen Wissensgebieten:

  • Grammatik (u. a. Hebraica)
  • Rhetorik
  • Philosophie
  • Astronomie
  • Naturwissenschaft
  • Medizin
  • Geschichte
  • Texte antiker Autoren
  • Humanistica vornehmlich aus Italien.

Bedeutende mittelalterliche Handschriften:

  • Evangeliar aus dem Umkreis der Hofschule Karls des Großen
  • Euklid-Fragment aus Nordostfrankreich (um 800)
  • Lex Baiuvariorum, die älteste erhaltene Handschrift des bayerischen Volksrechts (um 800 entstanden)
  • Texte von Rufinus, Sulpicius Severus und Augustinus (8./9. Jahrhundert), von Cicero (10./11. Jahrhundert)
  • Hebräerbriefkommentar des Hrabanus Maurus (Frankreich, 9. Jahrhundert)
  • Fragmentstreifen des 11. Jahrhunderts mit dem Walthariusgedicht
  • Weißenburger Annalen (11. Jahrhundert)
  • Corpus von Texten der Kölner Albertistenschule
  • Zwei illuminierte Taschenbibeln aus dem 13. Jahrhundert aus Nordfrankreich bzw. Nordwestitalien
  • Sammelband mit über 200 Briefen und Reden aus dem Gebiet Venedigs aus dem 15. Jahrhundert
  • Autographen von Johannes Eck und Briefe von Conrad Celtisnach oben

Neuzeitliche Handschriften

Die UB verfügt über eine große Anzahl an Handschriften der Neuzeit. Überwiegend gelangten sie durch Schenkungen von Professoren der Universität Ingolstadt - Landshut - München in die Bibliothek. Die Säkularisation hat 1803, insbesondere aus Landshuter Klöstern, einen weiteren Zuwachs gebracht. Im vorigen Jahrhundert konnten zudem einige Sammlungen erworben werden:

  • Briefsammlung Gronovius
  • Bibliothek (mit Handschriften) des Rektors der Universität und Akademiepräsidenten Ignaz von Döllinger
  • Operationsbücher des Chirurgen Johann Nepomuk von Nussbaum mit annähernd 25.000 Eintragungen

Herausragende neuzeitliche Handschriften:

  • Portulan des Battista Agnese (ca. 1550)
  • Briefsammlung der niederländischen Gelehrtenfamilie Gronovius aus dem 17. Jahrhundert. In 47 Bänden ist hier eine Korrespondenz von europäischer Ausdehnung in ca. 7.000 Originalen und Abschriften zusammengetragen.
  • "Topische Geschichte der Universität Ingolstadt" von Schafhäutl
  • Briefsammlungen von Anselm Desing aus den Jahren 1721-1772 und des Medizinprofessors Heinrich P. von Leveling (1742-1798)
  • Sammlungen Desings zur deutschen und europäischen Geschichte
  • Sammelhandschriften zur bayerischen Geschichte des herzoglichen Kanzlers Johann Georg Herwarth (1553-1622)
  • Schuldramen, Singspiele und Periochen des 16. bis Ende des 18. Jahrhunderts der Jesuiten und aus bayerischen Klöstern
  • wissenschaftsgeschichtlich aufschlussreiche Bibliothekskataloge des Johann Georg Herwarth 1656, des Theologen und Rektors Rudolph Clenck 1578, der Jesuiten Sebastian Denich 1672 und Theodor Smackers 1721, der Sammlung Orban um 1730, des Abtes und Bibliothekars der Universität Paul Hupfauer um 1800, des Jesuitenkollegs Ingolstadt 1596, der Medizinischen Fakultät Ingolstadt bis 1772, des Klosters Hl. Kreuz Landshut 1731 und des Dominikanerklosters Landshut
  • Manuskripte und Vorlesungsnachschriften zahlreicher, insbesondere Ingolstädter, Landshuter bzw. Münchner Professorennach oben

Musikhandschriften

Der Bestand umfasst sowohl mittelalterliche als auch neuzeitliche Handschriften. Mehrere Stimmbücher und ein Sammelband des 13. Jahrhunderts aus dem Besitz des Humanisten und Musiktheoretikers Heinrich Glarean sind wissenschaftlich bedeutsam. Die UB besitzt zudem eine Reihe von Choralhandschriften aus süddeutschen Klöstern: 

  • Dominikanerkloster Landshut
  • Benediktinerkloster Tegernsee
  • Benediktinerkloster Ebersberg
  • Prämonstratenserkloster Schäftlarn
  • Augustiner-Chorherrenstift Moosburg (Moosburger Graduale, um 1360)
  • Birgittenkloster Altomünster

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Mikrofiche-Edition

Sämtliche mittelalterlichen Handschriften sowie die Musikhandschriften sind in einer Mikrofiche-Edition publiziert:

Universitätsbibliothek <München, Universität>: Die Handschriften der Universitätsbibliothek München. -
Mikrofiche-Ausg., Gesamted. - Erlangen : Fischer. - ISBN 3-89131-200-8. - Ca. 124.000 Bl. auf 2.871 Mikrofiches

Die 6 Bände der Edition mit der Signatur "0016/AM 85040 H236" stehen im Lesesaal Altes Buch der Zentralbibliothek.

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